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Brandschutz im Ausland

EU Fahnen

🇫🇷 Frankreich: Hohe Anforderungen an die Öffentlichkeit

  • Frankreich legt besonderen Wert auf den Brandschutz in Gebäuden mit Publikumsverkehr (ERP - Établissements Recevant du Public) und Hochhäusern (IGH - Immeubles de Grande Hauteur).

  • Zentrale Klassifizierung: Frankreich nutzt ein eigenes Zertifizierungssystem nach der Norm NFP 92-507(zusätzlich zu den Euroklassen).

  • Wesentliche Elemente: Es gibt strenge Anforderungen an Brandschutzsysteme (SSI), feuerbeständige Baumaterialien und detaillierte Evakuierungspläne.

  • Feuerwiderstand: Häufig wird ein hoher Feuerwiderstand, oft REI 120 (Tragfähigkeit, Raumabschluss und Isolation für 120 Minuten), für bestimmte Lager- und Geschäftsbauten gefordert.

  • Evakuierung: Klar gekennzeichnete Notausgänge, definierte Fluchtwege und Sammelpunkte im Freien sind obligatorisch und müssen regelmäßig überprüft werden.

🇦🇹 Österreich: Prävention und klare Verantwortlichkeiten

  • In Österreich ist der Brandschutz stark auf Prävention und die Schulung der Beteiligten ausgerichtet. Die Vorschriften werden oft durch Technische Richtlinien für den Vorbeugenden Brandschutz (TRVB) ergänzt.

  • Organisation: Jede Person ist verpflichtet, einen Brand sofort zu melden. In größeren Betrieben sind Brandschutzbeauftragte und Brandschutzwarte vorgeschrieben.

  • Fluchtwege: Flucht- und Rettungswege müssen jederzeit frei und in ihrer vollen Breite zugänglich sein. Sammelplätze sind auszuweisen.

  • Prüfintervalle: Die Prüfung von Feuerlöschgeräten muss mindestens alle zwei Jahre erfolgen, Brandmeldeanlagen mindestens jährlich.

  • Baulicher Brandschutz: Auch in Österreich spielen die Euroklassen und der Feuerwiderstand von Bauteilen (z. B. feuerhemmend/brandhemmend für mindestens 30 Minuten, hochfeuerbeständig für mindestens 180 Minuten) eine große Rolle.

🇨🇭 Schweiz: Verbindliche VKF-Vorschriften und Kantonsregulierungen

  • Die Schweiz hat einen der weltweit höchsten Sicherheitsstandards im Brandschutz, der durch die Brandschutzvorschriften (BSV) der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) festgelegt wird. Diese sind schweizweit verbindlich.

  • Zentrale Rolle der VKF: Die VKF-Norm und die Richtlinien bilden die Grundlage. Ergänzungen und der Vollzug erfolgen durch die Kantone und die Feuerpolizei.

  • Schutzziel: Die Vorschriften zielen darauf ab, die Sicherheit von Personen und Tieren zu gewährleisten, die Entstehung von Bränden zu verhindern und die Ausbreitung von Flammen, Hitze und Rauch zu begrenzen.

  • Baustoffe: Die Klassierung und Verwendung von Baustoffen (Brand- und Qualmverhalten, brennendes Abtropfen) ist streng geregelt.

  • Unterhalt: Eigentümer und Nutzer sind für die bestimmungsgemäße Instandhaltung und Betriebsbereitschaft aller Brandschutzeinrichtungen verantwortlich.

🇵🇱 Polen: Zunehmende Melderpflicht

  • Polen hat den Brandschutz in den letzten Jahren durch neue Gesetze und Verordnungen weiter verschärft, insbesondere im Hinblick auf private und gewerbliche Wohnbereiche.

  • Gesetzliche Grundlage: Das Brandschutzgesetz von 1991 bildet die Basis, ergänzt durch zahlreiche Durchführungsverordnungen.

  • Neue Melderpflicht: Ab Ende 2024 und gestaffelt bis 2030 wird die Installation von Rauch- und Kohlenmonoxidmeldern in Miet- und Wohnräumen, insbesondere dort, wo Brennstoffe verbrannt werden, zur Pflicht.

  • Ausrüstung: Gebäude müssen mit geeigneten Feuerlöschgeräten (Feuerlöscher, Hydranten), Melde- und Alarmanlagen sowie Brandschutztüren ausgestattet sein.

  • Arbeitgeberpflichten: Arbeitgeber sind verpflichtet, für sichere Arbeitsbedingungen zu sorgen, Evakuierungsverfahren festzulegen und Mitarbeiter in Brandschutzvorschriften zu unterweisen.

Fazit für den Brandschutz im Ausland

  • Während die grundsätzlichen Ziele – Personenschutz, Sachschutz und die Begrenzung der Brandausbreitung – in allen Ländern gleich sind, unterscheiden sich unsere Nachbarn oft im Detail:

  • Frankreich setzt auf hohe Standards für öffentlich zugängliche und hohe Gebäude.

  • Österreich legt Wert auf klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Prüfintervalle.

  • Die Schweiz nutzt ein zentrales, verbindliches Vorschriftenwerk (VKF) für landesweite Einheitlichkeit.

  • Polen verstärkt den Schutz in Wohnbereichen durch die Einführung einer Melderpflicht.

  • Wer im Ausland baut oder arbeitet, sollte stets die lokalen Vorschriften und die Anforderungen der jeweils zuständigen Behörden (Feuerpolizei, Brandschutzbeauftragte) genau beachten, da diese oft über die EU-weiten Normen hinausgehen. Die Sicherheit der Menschen hat überall höchste Priorität!

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