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Brandschutz in der IT: Das stille Risiko für Rechenzentren und Serverräume

  • Autorenbild: ALFA Fire
    ALFA Fire
  • 10. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Die IT-Infrastruktur ist das digitale Herz eines jeden modernen Unternehmens. Ein Ausfall – sei es durch einen Cyberangriff oder einen technischen Defekt – kann massive finanzielle und operative Schäden verursachen. Doch eine der am häufigsten unterschätzten Bedrohungen ist das Feuer.


In Rechenzentren und Serverräumen, wo Hochleistungshardware auf engstem Raum betrieben wird, sind die Brandlasten hoch und die Brandursachen vielfältig. Die Einhaltung strenger Brandschutzmaßnahmen ist daher keine bloße Formalität, sondern eine existenzielle Notwendigkeit.


Die Hauptgefahren: Wo der Brand in der IT lauert

Brände in der IT entstehen selten durch externe Einflüsse. Die häufigsten Brandursachen liegen im System selbst:

  • Elektrobrände: Defekte elektrische Installationen, Kurzschlüsse, Überspannungen oder fehlerhafte Isolierungen sind die Hauptursachen.


  • Überhitzung (Hitzestau): Mangelnde Belüftung, blockierte Lüfter oder ein schlecht funktionierendes Kühlsystem führen zur Überhitzung von Komponenten, Netzteilen und Batterien.


  • Staub und Schmutz: Staubansammlungen in Geräten oder unter Doppelböden behindern die Kühlung und können sich leicht entzünden – ein oft unterschätzter Faktor.


  • Lithium-Ionen-Batterien: UPS-Systeme (unterbrechungsfreie Stromversorgung) nutzen oft Lithium-Ionen-Akkus, die bei Defekt oder Überhitzung eine besondere Brandgefahr darstellen.


Die drei Säulen des

IT-Brandschutzes

Ein wirksames Brandschutzkonzept basiert auf dem Zusammenspiel von baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen.


Vorbeugender (Baulicher) Brandschutz

Dieser Bereich zielt darauf ab, die Entstehung eines Brandes zu verhindern und dessen Ausbreitung zu begrenzen.

  • Feuerbeständige Bauweise: Wände, Decken und Türen müssen eine definierte Feuerwiderstandsdauer aufweisen (z. B. F90 nach DIN 4102), um kritische Bereiche vom Rest des Gebäudes abzuschotten.


  • Spezielle Baustoffe: In Serverräumen sollten Materialien vermieden werden, die im Brandfall kristallines Wasser abgeben (wie manche Beton- oder Rigips-Wände), da der entstehende Wasserdampf die empfindliche Elektronik irreparabel beschädigt.


  • Ordnungsgemäße Verkabelung: Sauberes Kabelmanagement und die Verwendung von Kabeln mit geringer Brennbarkeit (Brandlastreduktion) sind essenziell, insbesondere unter dem Doppelboden.


Technischer Brandschutz

Hierbei geht es um die Früherkennung und die automatische Bekämpfung eines Feuers.


A. Branddetektion und -Früherkennung

Herkömmliche Rauchmelder reagieren oft zu langsam. In Rechenzentren sind Brandfrüherkennungssysteme wie Ansaugrauchmelder (ASD-Anlagen) unverzichtbar. Sie saugen permanent Luftproben aus dem geschützten Bereich (auch aus dem Doppelboden und den Serverschränken) ab und analysieren diese auf kleinste Rauchpartikel. Sie sind bis zu 2000-mal empfindlicher als Standard-Rauchmelder und erkennen ein schwelendes Kabel oft schon lange vor dem Ausbruch eines offenen Feuers.


B. Löschanlagen

Da Wasser die IT-Hardware zerstört, kommen in Serverräumen in der Regel spezielle Löschsysteme zum Einsatz:

  • Gaslöschanlagen: Am häufigsten werden Inertgase (z. B. Argon oder Stickstoff) oder chemische Löschgase (z. B. NOVEC 1230) verwendet. Inertgase entziehen dem Feuer durch Reduzierung der Sauerstoffkonzentration die Grundlage, während chemische Gase der Flamme die Wärme entziehen. Diese Systeme löschen schnell und verursachen in der Regel keine Schäden an der Hardware.

    Wichtig: Bei Gaslöschanlagen muss unbedingt eine Vorwarnzeit eingehalten werden, um Personen die Flucht zu ermöglichen, da einige Gase (wie CO2) erstickend wirken können.


  • Brandvermeidungsanlagen: Alternativ wird die Sauerstoffkonzentration im Raum permanent so weit abgesenkt (meist auf ca. 15%), dass ein Feuer gar nicht erst entstehen kann.


Organisatorischer Brandschutz

Die besten Anlagen nützen nichts ohne klare Prozesse und geschultes Personal.

  • Regelmäßige Wartung: Brandmeldeanlagen, Löschanlagen und Kühlsysteme müssen regelmäßig von Fachpersonal überprüft und gewartet werden.


  • Schulung: Mitarbeiter und Brandschutzhelfer müssen im Umgang mit Feuerlöschern (oft CO2-Löscher, wegen der Vermeidung von Wasserschäden) und im Verhalten im Brandfall geschult sein.


  • Notfall- und Alarmplan: Ein klar definierter Eskalationsplan legt fest, wer wann alarmiert wird (Haustechnik, Feuerwehr, Betriebscenter) und welche Schritte sofort eingeleitet werden müssen.


  • Ordnung und Sauberkeit: Regelmäßige Reinigung, insbesondere des Doppelbodens und der Geräteräume, reduziert die Brandlast erheblich.



Fazit: Brandschutz als Verfügbarkeitsgarantie

Brandschutz in der IT ist ein Disaster-Prevention-Konzept. Die Kosten für die Implementierung eines ganzheitlichen Brandschutzkonzepts sind gering im Vergleich zu den potenziellen Kosten eines Brandes: Datenverlust, Betriebsunterbrechung und der Neuaufbau der gesamten Infrastruktur.



Unternehmen sollten sich bei der Planung ihrer IT-Infrastruktur an relevanten Normen wie der DIN EN 50600 und den Empfehlungen des BSI-Grundschutzes orientieren, um die Verfügbarkeit ihrer kritischen Systeme nachhaltig zu sichern. Handeln Sie jetzt, bevor es brennt!

 
 
 

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