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Brandschutz auf Rädern: Was Sie in PKW, LKW & NFZ wissen müssen

  • Autorenbild: ALFA Fire
    ALFA Fire
  • 5. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Fahrzeugbrand – ob durch einen technischen Defekt, Überhitzung oder einen Unfall – ist eine der gefährlichsten Situationen, die Ihnen auf der Straße begegnen kann. Vom kleinen PKW bis zum schweren Nutzfahrzeug (NFZ) ist Prävention der beste Schutz. Doch für den Ernstfall gilt: Wissen rettet Leben und Material.

Wir beleuchten die wichtigsten Aspekte des Brandschutzes in Ihrem Fahrzeug.


1. Die größte Gefahr: Technische Defekte und Wartungsmängel


Die meisten Fahrzeugbrände entstehen nicht durch äußere Einflüsse, sondern durch die Technik unter der Haube.


💡 Prävention ist das A und O

  • Regelmäßige Wartung: Halten Sie Ihre Inspektionsintervalle strikt ein. Öl- und Kraftstofflecks, defekte Bremsen (Überhitzung!) oder verschlissene Kabel sind häufige Brandursachen.

  • Achtung Elektrik: Elektrische Kurzschlüsse sind die Brandursache Nummer eins. Lassen Sie alle elektrischen Nachrüstungen (z.B. Standheizungen, Hi-Fi-Anlagen) nur von Fachbetrieben durchführen. Achten Sie auf korrekte Isolierung und vermeiden Sie lose Kabel.

  • Motorraum sauber halten: Ablagerungen von Öl, Laub oder Schmutz im Motorraum können sich leicht entzünden. Eine regelmäßige Reinigung reduziert die Brandlast.


2. Die Pflicht zur Vorsorge: Feuerlöscher im Fahrzeug


Die Vorschriften zur Mitführung von Feuerlöschern variieren stark zwischen PKW, LKW und dem Transport von Gefahrgut.


PKW & Privatfahrzeuge

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Mitführung eines Feuerlöschers im privaten PKW.

Unsere Empfehlung: Ein kompakter 1- oder 2-kg-Pulver- oder Schaumlöscher sollte griffbereit (z.B. unter dem Sitz oder im Fußraum des Beifahrers, aber sicher befestigt!) mitgeführt werden. Ein Entstehungsbrand im Motorraum kann so oft noch gelöscht werden.

LKW & Nutzfahrzeuge (NFZ)


Hier sind die Regeln deutlich strenger, besonders bei gewerblicher Nutzung und Gefahrguttransporten (ADR).

  • Ohne Gefahrgut: Für viele allgemeine gewerbliche Fahrzeuge in Deutschland besteht keine generelle Pflicht. Dennoch wird aus Haftungs- und Sicherheitsgründen dringend ein Feuerlöscher empfohlen.

  • Mit Gefahrgut (ADR): Hier gelten strikte Vorschriften bezüglich Größe, Anzahl und Art des Feuerlöschers, abhängig vom zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs.

    • Meistens sind ABC-Pulverlöscher vorgeschrieben.

    • Die Feuerlöscher müssen alle zwei Jahre von einer Fachfirma geprüft werden.

    • Der Löscher muss gut zugänglich sein (oftmals in einer Außenbox).

  • Busse/Kraftomnibusse: Auch hier ist die Mitführung von mindestens einem, oft sogar zwei, Feuerlöschern (meist 6 kg ABC) gesetzlich vorgeschrieben.

Fazit für gewerbliche Nutzer: Informieren Sie sich sehr genau über die aktuellen ADR- und nationalen Bestimmungen!

3. Brandgefahren bei E-Fahrzeugen und Hochvoltbatterien


Die zunehmende Zahl von Elektrofahrzeugen (E-PKW und E-LKW) bringt neue Herausforderungen mit sich.

  • Seltene, aber intensive Brände: Brände von Lithium-Ionen-Batterien sind selten, aber sie sind sehr schwer zu löschen und können giftige Flusssäure (HF) freisetzen.

  • Thermische Durchgehen: Die Flammen entstehen oft durch ein unkontrolliertes "thermische Durchgehen" (Thermal Runaway) der Batteriezellen, das sich kettenartig ausbreiten kann.

  • Löschstrategie: Bei einem E-Auto-Brand geht es primär darum, die Batterie massiv zu kühlen, um das thermische Durchgehen zu stoppen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Dies erfordert große Mengen Wasser und ist primär Aufgabe der Feuerwehr.


4. Verhalten im Brandfall: Was tun, wenn es qualmt?


Ruhe bewahren und schnell handeln ist entscheidend.

Schritt

Maßnahme

Warum?

1. Anhalten & Motor aus

Sofort anhalten (sicherer Seitenstreifen!), Motor abstellen.

Stoppt die Kraftstoffzufuhr und mögliche elektrische Zündquellen.

2. Insassen retten

Alle Insassen sofort und zügig das Fahrzeug verlassen lassen.

Die eigene Sicherheit hat oberste Priorität.

3. Abstand & Notruf

Sich in sicherer Entfernung (mindestens 50 Meter) aufhalten. Notruf 112 wählen.

Rauch ist hochgiftig! Die Feuerwehr muss informiert werden.

4. Löschversuch (optional)

NUR bei Entstehungsbränden: Motorhaube vorsichtig nur einen Spalt öffnen. Kurze Löschstöße mit dem Feuerlöscher auf den Brandherd richten.

Durch das vollständige Öffnen der Haube kommt Sauerstoff hinzu, was den Brand schlagartig verstärken kann. Trauen Sie sich dies nur zu, wenn Sie geübt sind!

5. E-Fahrzeuge

Keinen eigenen Löschversuch unternehmen!Die Feuerwehr informieren, dass es sich um ein E-Fahrzeug handelt.

Hier ist massive Kühlung durch Profis erforderlich.


Fazit: Brandschutz ist Pflicht

Egal, ob Sie täglich zur Arbeit pendeln oder gewerblich Güter transportieren – Brandschutz im Fahrzeug ist ein Thema für alle. Investieren Sie in regelmäßige Wartung und einen geeigneten, funktionstüchtigen und geprüftenFeuerlöscher.



Möchtest du mehr über die genauen ADR-Vorschriften für Feuerlöscher beim Gefahrguttransport erfahren?

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